Ferhadija-Moschee

Stadt: Banja Luka

Die Ferhadija-Moschee (bosnisch: *Ferhat-pašina džamija*) ist ein osmanisches Sakralbauwerk im Zentrum von Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska in Bosnien und Herzegowina. Sie gilt als eines der bedeutendsten architektonischen Zeugnisse der osmanischen Epoche im westlichen Balkan und ist eng mit der jüngeren Kriegsgeschichte des Landes verknüpft.

**Geschichte**

Die Moschee wurde 1579 unter dem osmanischen Statthalter Ferhad Pascha Sokolović errichtet, der sie aus dem Lösegeld für einen gefangen genommenen habsburgischen General finanzierte. Sie gehörte damit zum repräsentativen Bauprogramm der osmanischen Verwaltung in Bosnien. Am 7. Mai 1993, während des Bosnienkrieges, wurde das Gebäude durch eine gezielte Sprengung zerstört. Die Demolierung der Moschee gilt als eines der dokumentierten Beispiele für die systematische Zerstörung kulturellen und religiösen Erbes in diesem Konflikt. Die Trümmer wurden zunächst abtransportiert und teilweise auf einer Mülldeponie entsorgt.

**Wiederaufbau und Architektur**

Nach Kriegsende wurden erhebliche Teile des Originalmaterials geborgen und für den Wiederaufbau gesichert. Die Rekonstruktion erfolgte auf Grundlage historischer Pläne und dokumentierter Baubefunde. Am 7. Mai 2016 — genau 23 Jahre nach der Zerstörung — wurde die Moschee feierlich wiedereröffnet, nachdem sie nach Abschluss der Bauarbeiten 2015 eingeweiht worden war. Das Bauwerk folgt dem klassischen osmanischen Moscheestil des 16. Jahrhunderts mit einem zentralen Kuppelbau, einem schlanken Minarett sowie einem überdachten Vorraum (*Haremlik*). Baumaterialien und Proportionen orientieren sich am Originalbefund.

**Kulturelle und symbolische Bedeutung**

Die Ferhadija-Moschee wird häufig als Symbol des Wiederaufbaus und der interreligiösen Verständigung in der Nachkriegsgesellschaft Bosniens gewertet. Die Moschee steht auf der Tentativliste für das UNESCO-Welterbe. Sie ist eine aktive Gebetsstätte der islamischen Gemeinschaft und ein etablierter Anlaufpunkt für Besucherinnen und Besucher, die sich mit der osmanischen Architektur sowie der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte der Region befassen. Die GPS-Koordinaten (44.7717, 17.19) verorten das Bauwerk unmittelbar im historischen Stadtkern von Banja Luka, gut erreichbar zu Fuß vom zentralen Stadtbereich.
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