15 Naturerlebnisse in Bosnien und Herzegowina

Berge, Wasserfälle, Schluchten, Flüsse und Karstlandschaften

15 Naturerlebnisse in Bosnien und Herzegowina

1. Berg Maglić

Mit 2.386 Metern ist der Maglić der höchste Gipfel Bosnien und Herzegowinas. Er liegt im Sutjeska-Nationalpark direkt an der Grenze zu Montenegro. Der Nationalpark wurde 1962 gegründet und gehört damit zu den ältesten Schutzgebieten des Landes.

Die Besteigung des Maglić ist anspruchsvoll. Je nach Route führen die Wege durch steiles und teilweise ausgesetztes Gelände. Gute Kondition, Trittsicherheit und passende Bergausrüstung sind daher notwendig.

Als Ausgangspunkt für Touren in der Region eignet sich Tjentište. Von hier aus lassen sich auch weitere Ziele des Sutjeska-Nationalparks erreichen.

Mehr über den Berg Maglić erfahren →

2. Kravice-Wasserfälle

Die Kravice-Wasserfälle liegen am Fluss Trebižat in der Nähe von Ljubuški in der Herzegowina. Das Wasser stürzt über eine Tuffsteinkante in ein etwa 120 Meter breites Becken. Die Fallhöhe liegt je nach Wasserstand bei rund 25 bis 28 Metern.

Die Tuffformationen entstehen durch Kalkablagerungen des Flusses. Im Sommer wird das Becken unterhalb der Wasserfälle zum Baden genutzt.

Im Frühjahr führt der Trebižat meist mehr Wasser als in den trockenen Sommermonaten. Wer die Wasserfälle in Ruhe erleben möchte, sollte möglichst früh kommen oder außerhalb der Hauptsaison reisen.

Kravice-Wasserfälle im Detail →

3. Lukomir

Lukomir liegt auf rund 1.469 Metern Höhe auf dem Bjelašnica-Plateau südwestlich von Sarajevo. Das Bergdorf ist für seine abgelegene Lage und die traditionelle Bauweise bekannt.

Die Umgebung eignet sich für Wanderungen über das Hochplateau. Von Lukomir führen Wege unter anderem in Richtung Rakitnica-Schlucht. Das Dorf ist damit ein guter Ausgangspunkt, um die Landschaft der Bjelašnica zu erkunden.

Die Zufahrt ist je nach Jahreszeit und Wetter nicht immer einfach. Wer Lukomir besucht, sollte sich deshalb vorab über die Straßen- und Wegverhältnisse informieren.

Zum Profil von Lukomir →

4. Skakavac-Wasserfall und Perućica

Der Skakavac liegt im streng geschützten Perućica-Gebiet des Sutjeska-Nationalparks. Der Wasserfall stürzt rund 75 Meter über eine Felsstufe in das Tal.

Besonders interessant ist die Lage im Perućica-Urwald. Das Gebiet gehört zu den letzten erhaltenen Urwaldgebieten Europas und steht unter besonderem Schutz. Perućica ist außerdem seit 2017 Teil der UNESCO-Tentativliste von Bosnien und Herzegowina.

Der Zugang zum Schutzgebiet ist eingeschränkt. Vor einer Tour sollte deshalb geprüft werden, welche Wege aktuell zugänglich sind und ob eine Genehmigung oder Führung erforderlich ist.

Skakavac-Wasserfall im Detail →

5. Štrbački Buk

Der Štrbački Buk liegt am Fluss Una im Una-Nationalpark im Nordwesten Bosnien und Herzegowinas. Der Wasserfall gehört zu den bekanntesten Naturzielen des Parks.

Die Una hat hier zahlreiche Kalk- und Tuffformationen geschaffen. Stufen, Stromschnellen und Wasserbecken prägen den Flusslauf.

Der Una-Nationalpark wurde 2008 gegründet und schützt eine Landschaft entlang der Una und ihrer Nebenflüsse. Neben dem Štrbački Buk gehören Wandern, Rafting und andere Aktivitäten am Wasser zu den Möglichkeiten in der Region.

Bihać eignet sich als Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark.

Štrbački Buk im Una-Nationalpark →

6. Sutjeska-Nationalpark

Der Sutjeska-Nationalpark liegt im Südosten Bosnien und Herzegowinas an der Grenze zu Montenegro. Er wurde 1962 gegründet und umfasst unter anderem den Maglić, den Perućica-Urwald und die Schlucht der Sutjeska.

Der Park verbindet Hochgebirge mit Wäldern, Flusstälern und Seen. Für eine erste Erkundung bietet sich Tjentište als Ausgangspunkt an.

Neben der Natur spielt auch die Geschichte des Zweiten Weltkriegs eine wichtige Rolle. In Tjentište erinnert ein großes Denkmal an die Schlacht an der Sutjeska von 1943.

Für Wanderungen und längere Touren sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Je nach Ziel unterscheiden sich Zugänglichkeit und Schwierigkeitsgrad deutlich.

Zum Profil des Sutjeska-Nationalparks →

7. Trnovačko Jezero

Das Trnovačko Jezero liegt auf 1.517 Metern Höhe im Grenzgebiet von Montenegro und Bosnien und Herzegowina. Der See ist vor allem wegen seiner herzähnlichen Form bekannt. Heute wird er dem montenegrinischen Gebiet und dem Naturpark Piva zugeordnet.

Der See ist nur zu Fuß erreichbar. Wanderwege führen von verschiedenen Ausgangspunkten durch die Berglandschaft rund um den Maglić.

Das Trnovačko Jezero lässt sich mit einer Tour in der Maglić-Region verbinden. Wer mehrere Tage unterwegs ist, sollte die jeweiligen Regeln der Schutzgebiete und die Grenzsituation beachten.

Trnovačko Jezero – der Herzsee →

8. Vratar-Canyon

Der Vratar-Canyon gehört zur Berglandschaft des Sutjeska-Nationalparks. Die Schlucht liegt in einem schwer zugänglichen Teil des Gebiets und ist deutlich weniger bekannt als Maglić oder Perućica.

Die Landschaft ist von Kalkstein, steilen Felswänden und dem Flusslauf der Sutjeska geprägt. Für eine Erkundung abseits der markierten Wege sind Ortskenntnis und alpine Erfahrung notwendig.

Wer den Canyon besuchen möchte, sollte sich deshalb vorab bei der Nationalparkverwaltung über den aktuellen Zugang informieren. Bei abgelegenen Schluchten ist eine geführte Tour die bessere Wahl.

Vratar-Canyon im Sutjeska-Nationalpark →

9. Rakitnica-Schlucht

Die Rakitnica-Schlucht liegt zwischen Bjelašnica und Visočica bei Konjic. Der Fluss Rakitnica hat hier eine tief eingeschnittene Schlucht geschaffen, die zu den wenig erschlossenen Landschaften Bosnien und Herzegowinas gehört.

Die Schlucht ist kein gewöhnliches Wanderziel. Wege sind teilweise schwer zu erkennen, und einige Abschnitte erfordern Erfahrung im Gelände. Für Canyoning oder anspruchsvollere Touren sollte deshalb ein örtlicher Anbieter oder Bergführer hinzugezogen werden.

Lukomir auf dem Bjelašnica-Plateau lässt sich gut mit einem Besuch der Region verbinden.

Mehr über die Rakitnica-Schlucht →

10. Tara-Schlucht bei Foča

Die Tara-Schlucht gehört zu den bekanntesten Zielen für Rafting in der Region um Foča. Der Fluss Tara bildet über weite Strecken die Grenze zwischen Montenegro und Bosnien und Herzegowina.

Rund um Foča gibt es zahlreiche Rafting-Camps und Anbieter. Die Touren führen je nach Veranstalter durch unterschiedliche Abschnitte der Tara und werden meist als Tages- oder Mehrtagestouren angeboten.

Für Besucher ist Foča ein guter Ausgangspunkt, um Rafting mit weiteren Naturzielen wie dem Sutjeska-Nationalpark zu verbinden.

Wer eine Tour bucht, sollte auf den konkreten Streckenverlauf achten, da sich einzelne Raftingstrecken auch über die Grenze nach Montenegro erstrecken können.

Rafting an der Tara bei Foča →

11. Buna-Quelle bei Blagaj

Die Buna-Quelle bei Blagaj gehört zu den bekanntesten Karstquellen der Herzegowina. Das Wasser tritt am Fuß einer Felswand aus und bildet unmittelbar einen Fluss.

Direkt an der Quelle steht die historische Tekija von Blagaj. Die Kombination aus Quelle, Felswand und Bauwerk macht den Ort zu einem wichtigen Ausflugsziel in der Umgebung von Mostar.

Blagaj eignet sich außerdem als Ausgangspunkt für weitere Ziele der Herzegowina. Mostar, die Kravice-Wasserfälle und Počitelj lassen sich gut miteinander verbinden.

Blagaj und die Buna-Quelle →

12. Kozara-Nationalpark

Der Kozara-Nationalpark liegt im Nordwesten Bosnien und Herzegowinas bei Prijedor. Der Nationalpark wurde 1967 gegründet und umfasst 33,75 Quadratkilometer.

Die Landschaft ist vor allem von Wäldern und Mittelgebirge geprägt. Damit unterscheidet sich Kozara deutlich von den Hochgebirgslandschaften des Sutjeska-Nationalparks.

Wanderwege führen durch die bewaldete Landschaft. Gleichzeitig erinnert ein großes Denkmal an die Kämpfe und Opfer des Zweiten Weltkriegs in dieser Region.

Für Reisende im Norden des Landes bietet sich der Park als Zwischenstopp oder Tagesausflug an.

Kozara-Nationalpark →

13. Plava Voda in Travnik

Die Plava Voda, das „blaue Wasser“, ist eine Karstquelle mitten in Travnik. Sie entspringt unterhalb des Vlašić-Gebirges und bildet einen etwa 350 Meter langen Bach, der durch den historischen Teil der Stadt fließt.

Die Quelle liegt direkt unterhalb der Festung von Travnik. Rund um das Wasser gibt es Spazierwege und gastronomische Angebote.

Damit ist die Plava Voda ein Beispiel dafür, wie eng Natur und Stadtlandschaft in Bosnien miteinander verbunden sein können. Ein Besuch lässt sich mit der Festung und der historischen Altstadt von Travnik verbinden.

Plava Voda – Blaue Quelle in Travnik →

14. Trebišnjica und die Landschaft um Trebinje

Der Fluss Trebišnjica prägt die Landschaft rund um Trebinje im Süden der Herzegowina. Die Region ist durch Karst, mediterranes Klima und zahlreiche Wasserläufe geprägt.

Trebinje liegt nahe der Grenze zu Montenegro und Kroatien und eignet sich deshalb gut als Ausgangspunkt für Ausflüge in die südliche Herzegowina.

Wer die Region erkundet, kann den Fluss, die Karstlandschaft und die Sehenswürdigkeiten der Stadt miteinander verbinden. Auch die Hercegovačka Gračanica auf dem Crkvina-Hügel bietet einen weiten Blick über Trebinje und das Trebišnjica-Tal. Der Kirchenkomplex wurde 2000 fertiggestellt.

Hercegovačka Gračanica in Trebinje →

15. Una-Nationalpark

Der Una-Nationalpark liegt im Nordwesten des Landes und schützt die Flusslandschaft der Una sowie ihrer Nebenflüsse.

Neben dem Štrbački Buk gehören weitere Wasserfälle, Stromschnellen und Travertinformationen zum Park. Die Region eignet sich für Wanderungen, Rafting und Ausflüge entlang des Flusses.

Der Park lässt sich gut mit einem Aufenthalt in Bihać verbinden. Wer mehrere Tage bleibt, kann verschiedene Abschnitte der Una erkunden und die Natur rund um den Fluss kennenlernen.

Una-Nationalpark im Detail →

Fazit

Bosnien und Herzegowina bietet eine große Bandbreite an Landschaften: Hochgebirge, Karstquellen, Flüsse, Wasserfälle, Schluchten und ausgedehnte Waldgebiete.

Besonders dicht liegen Naturziele im Südosten rund um den Sutjeska-Nationalpark. Aber auch die Una im Nordwesten, die Herzegowina um Ljubuški und Blagaj sowie die Bergregionen rund um Sarajevo bieten zahlreiche Möglichkeiten für Natur- und Aktivurlaub.

Bei abgelegenen Berg- und Schluchtentouren sollte die eigene Erfahrung realistisch eingeschätzt werden. Markierte Wege, aktuelle Informationen der Nationalparkverwaltungen und gegebenenfalls ein örtlicher Bergführer sind wichtiger als eine möglichst spektakuläre Routenplanung.

FAQ

Wann ist die beste Zeit für Naturreisen in Bosnien und Herzegowina?

Für Wanderungen und Bergtouren bieten sich vor allem die Monate Mai bis Oktober an. In höheren Lagen können Wege allerdings auch im Frühjahr noch durch Schnee erschwert sein. Die Herzegowina ist im Sommer deutlich heißer und trockener als die Bergregionen im Landesinneren.

Welche Naturziele eignen sich für Wanderer?

Der Sutjeska-Nationalpark, die Region um Bjelašnica und Lukomir sowie der Una-Nationalpark bieten verschiedene Möglichkeiten. Die Schwierigkeit reicht von einfachen Spazierwegen bis zu anspruchsvollen Berg- und Schluchtentouren.

Kann man in Bosnien und Herzegowina baden?

Ja. Im Sommer werden unter anderem die Kravice-Wasserfälle und verschiedene Flüsse und Seen zum Baden genutzt. Bei Flüssen sollte man Strömung und Wasserstand beachten und nur an geeigneten Stellen ins Wasser gehen.

Sind die Nationalparks frei zugänglich?

Das hängt vom jeweiligen Schutzgebiet und Ziel ab. Für einzelne Bereiche können Eintritt, Genehmigungen oder geführte Touren erforderlich sein. Vor einer Tour sollte man die aktuellen Informationen des jeweiligen Nationalparks prüfen.

Eignet sich Bosnien und Herzegowina für einen Natururlaub mit dem Auto?

Ja. Ein Mietwagen oder eigenes Fahrzeug bietet sich an, wenn verschiedene Regionen miteinander verbunden werden sollen. Für abgelegene Bergregionen können Straßen und Zufahrten allerdings anspruchsvoll sein.

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